The Futurecast: das potenzial kollektiver intelligenz freisetzen

Insights | 17 July, 2026

In diesem Gespräch zwischen Ruggero Crameri, Saskia Wölfle, ChatGPT und Gemini untersuchen wir die Herausforderungen des KI-Hypes in der Arbeitswelt und was es bedeutet, diese neue Realität als Menschen in einer Zeit rapiden Wandels zu navigieren.

Our Futurecast Experts

Eine-Minuten-Zusammenfassung

1 Als Mensch im Arbeitskontext aufblühen in der KI-Ära.
2 Menschlichkeit in die Gleichung bringen.
3 Ein vielschichtiges Umfeld mit Menschlichkeit navigieren.
4 Das Ich im Wir: Kollektive Intelligenz ist die Antwort.
5 Arbeitsplatzgestaltung als Katalysator für Interaktion.
5 Kollektive Intelligenz braucht Rituale.

Anmerkung der Redaktion: KI hat die Erstellung dieses Artikels unterstützt und beim Schreiben sowie bei der redaktionellen Überarbeitung mitgewirkt. Die darin enthaltenen Gedanken stammen jedoch von den brillanten Referent des HR Festival 2026 in Zürich, deren Ideen und Erfahrungen neue Wege des Arbeitens, Gestaltens und Gedeihens in einer sich rasant wandelnden Welt inspirieren.

1. Als Mensch im Arbeitskontext aufblühen in der KI-Ära

Wir leben in aussergewöhnlichen Zeiten. Zum ersten Mal machen KI, Automatisierung und digitale Vernetzung leistungsstarke Werkzeuge für die Erstellung von Inhalten, die Datenanalyse, die Problemlösung und die Entscheidungsfindung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich – und verändern damit grundlegend, wie wir die Welt erleben.

Dieser Wandel hat die Arbeitswelt bereits in allen Branchen verändert. Laut dem Bericht des Joint Research Centre der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2025 nutzen heute 90% der Arbeitnehmenden in der Europäischen Union digitale Geräte, um ihre Arbeit zu erledigen.

Während Organisationen ihre Anstrengungen auf die Einführung neuer Technologien richten, könnte die grösste Herausforderung jedoch nicht technologischer Natur sein.

Da KI Fachwissen demokratisiert, wird der Wettbewerbsvorteil zunehmend davon abhängen, wie wirksam Organisationen Menschen zusammenbringen, um gemeinsam zu denken, zu lernen und Probleme zu lösen. Die Fähigkeit, kollektive Intelligenz zu nutzen, könnte zu einem der entscheidenden Faktoren werden, der erfolgreiche Organisationen von anderen unterscheidet.

2. Menschlichkeit in die Gleichung bringen

Wenn wir anerkennen, dass Technologie ein Tempo vorgibt, mit dem wir kaum Schritt halten können, müssen wir die richtigen Bedingungen schaffen, um uns anzupassen. Ohne eine unterstützende Kultur und kollektive menschliche Intelligenz kann KI keinen nachhaltigen Erfolg ermöglichen.

 

„Was wir in vielen Projekten heute sehen, ist, dass der Fokus oft auf den ‚Ressourcen‘ liegt, während der ‚Mensch‘ langsam in den Hintergrund rückt. Dabei ist es genau das Zusammenspiel beider, das sinnvolle, zukunftsorientierte Arbeit ermöglicht.“

 

Ruggero Crameri, Founder und Change Coach bei crativ

 

Die Interaktion zwischen Homo Digitalis und Homo Empathicus – sowie die Umgebungen, in denen diese Interaktionen stattfinden – ist letztlich entscheidend. In Wirklichkeit sind sie keine getrennten Wesen, sondern zwei Dimensionen derselben Spezies: Menschen, die sowohl digitale Fluency als auch empathische Intelligenz integrieren, um zu gedeihen.

3. Ein vielschichtiges Umfeld mit Menschlichkeit navigieren

Heute setzen digitale Werkzeuge (BYTES) den Takt und treiben eine beispiellose Transformation voran. Verhalten (BEHAVIOUR) steht unter Druck, sich anzupassen, was häufig Unsicherheit und Widerstand erzeugt. Physische Räume (BRICKS) werden von statischen Behältern zu dynamischen Plattformen neu definiert.

Wenn wir anpassungsfähig bleiben wollen, müssen wir weniger in getrennten Kategorien denken und mehr in einem verbundenen System, in dem BEHAVIOUR, BYTES und BRICKS sich gegenseitig ständig beeinflussen.

Ohne ganzheitliche Ausrichtung verfügen Organisationen zwar über leistungsfähige Technologien, inspirierende Räume oder talentierte Mitarbeitende – schaffen es jedoch trotzdem nicht, diese wirksam zusammenzubringen.

Die Herausforderung liegt nicht darin, jede Dimension isoliert zu optimieren, sondern ein Ökosystem zu schaffen, in dem Technologie beschleunigt, Räume befähigen und Menschen aufblühen.

Human navigation in a multi-layered environment graphic

4. „Das Ich im Wir“: Kollektive Intelligenz ist die Antwort

Laut dem aktuellen Core-Skills-Report des World Economic Forum zeigt sich ein klarer Wandel hin zu menschlichen Fähigkeiten, die für die Arbeitswelt der Zukunft benötigt werden:

Von den 12 wichtigsten Kernkompetenzen sind nur drei primär analytisch oder technologisch (analytisches Denken, technologische Kompetenz sowie KI-/Big-Data-Kompetenz); fünf hingegen sind deutlich menschenzentriert (Resilienz, Flexibilität, Agilität, Führung, soziale Einflussnahme, Motivation, Selbstwahrnehmung, Empathie und Neugier).

Futurecast Collective Intelligence Diagrams  WEF

Die Navigation der Zukunft erfordert eine Balance beider Kompetenzfelder. Die Person, die dies meistert, kann bedeutender zu den Ökosystemen beitragen, in denen sie wirkt, und so unterschiedlichen Gruppen ermöglichen, gemeinsam Kontextualisierung, Vorstellungskraft und Bewertung zu nutzen. Hier entsteht kollektive Intelligenz.

VON WORTEN IN DIE PRAXIS #1

Beim HR Festival 2026 in Zürich haben wir ein Tensegrity eingesetzt – ein Puzzle aus Stäben und Gummibändern, das mindestens vier Hände erfordert, da gleichzeitig gezogen und gehalten werden muss. Trotz nur fünf Minuten Zeit bildeten sich schnell Gruppen, die Strategien diskutierten und effektiv zusammenarbeiteten.

 

Über die Lösung der Aufgabe hinaus entstand ein Raum für Gespräche, Lachen und unmittelbare menschliche Verbindung. Alle haben beigetragen. Das nennen wir „das Ich im Wir“: Kultur, Authentizität, Diversität und Begegnung als Ausdruck kollektiver Intelligenz.

 

Diverse, dezentral organisierte menschliche Interaktion übertrifft künstliche Intelligenz allein. Ohne unterstützende Kultur und kollektive menschliche Intelligenz kann KI keinen Erfolg ermöglichen.

5. Arbeitsplatz- und Formatgestaltung als Katalysator für Interaktion

Menschen sind oft bereit zur Zusammenarbeit, doch echte Verbindung entsteht nur unter den richtigen Bedingungen. Menschliches Verhalten entwickelt sich deutlich langsamer als digitale Werkzeuge – dadurch entsteht eine Lücke, die Organisationen bewusst schliessen müssen.

Deshalb müssen Arbeitsumgebungen adaptiv gestaltet sein, um sich schnell an technologische Veränderungen anzupassen und gleichzeitig die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu unterstützen.

Kollektive Intelligenz braucht einen Auslöser – und der physische Raum ist oft der erste „Impuls“, der Menschen dazu bringt, innezuhalten, sich zu begegnen und auszutauschen. Schon einfache, bewusste Designentscheidungen können starke Katalysatoren sein: Sie ermöglichen unterschiedliche Rhythmen menschlichen Verhaltens und schaffen Räume für zufällige Begegnungen und Wissensaustausch.

 

„Design muss sich von starren Bürostrukturen hin zu bewusst kuratierten Formaten oder Plattformen entwickeln, die Offenheit, Interaktion und Zusammenarbeit priorisieren – und Umgebungen schaffen, in denen Austausch natürlich entstehen kann.“

 

Saskia Wölfle, Global Head of Engagement & Strategy bei Studio Banana

 

VON WORTEN IN DIE PRAXIS #2

Ein Messestand kann zu einer Oase werden – ein Ort, an dem Menschen sich vernetzen, Wissen teilen und sich wohlfühlen. Inspiriert davon haben wir gemeinsam mit Oxygen at Work und Haworth einen begrünten Stand für das HR Festival geschaffen.

 

Während der Veranstaltung baten Besucher*innen häufig darum, einzutreten und kurz zur Ruhe zu kommen. Diese Pausen entwickelten sich oft zu spontanen Gesprächen und bedeutungsvollem Austausch – ein Beispiel dafür, wie selbst geschäftige Umgebungen menschliche Interaktion fördern können, wenn sie bewusst gestaltet sind.

HR Festival Event in Zurich

6. Kollektive Intelligenz wird durch Rituale genährt

Allerdings sind bewusst gestaltete Räume nur ein Teil der Gleichung. Verbindung entsteht nicht automatisch. Um Interaktion zu aktivieren, brauchen wir auch Methoden, Rituale und gemeinsame Erfahrungen, die Menschen zur Teilnahme, zum Austausch und zum Beziehungsaufbau einladen.

Orte rahmen Verhalten. Werkzeuge ermöglichen Handeln. Aber Rituale erwecken alles zum Leben.

Ob Team-Gathering, Coffee-Call, gemeinsame Challenge oder ein Moment des Feierns – Rituale schaffen Gelegenheiten für Verbindung, Vertrauen und Zugehörigkeit. Sie verwandeln Räume von passiven Settings in aktive Gemeinschaften.

Und wichtig ist dabei auch ein oft unterschätzter Faktor: Spass. Verspielt sein, Freude und gemeinsame Erlebnisse sind starke Treiber für Engagement, Kreativität und gemeinsames Erreichen von Zielen. Wenn Menschen gerne zusammen sind, wird Zusammenarbeit natürlicher und kollektive Intelligenz kann sich entfalten.

Diese menschliche Verbindung wird in Zeiten rapiden technologischen Wandels besonders wertvoll, da bedeutungsvoller Austausch Stabilität bietet, Wissen teilt und neue Denkansätze ermöglicht – und so Organisationen und ihre Kulturen voranbringt.

VON WORTEN IN DIE PRAXIS #3

In unseren Kundenworkshops nutzen wir ein Reflective Jenga als Ritual. Jeder Block enthält eine Frage und verwandelt ein einfaches Spiel in einen Katalysator für Gespräche und Verbindung.


Im Laufe der Zeit haben sich diese Check-in-Fragen zu einem wirkungsvollen Werkzeug entwickelt, um Zugehörigkeit zu stärken und Menschen über ihre Rollen hinaus miteinander zu verbinden. Durch Raum für persönliche Geschichten und geteilte Erfahrungen kann ein einfaches Ritual tiefere Beziehungen und ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl aufbauen.